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Rückblick auf die Jahrestagung 2022

Liebe Teilnehmer der 63. Jahrestagung der Nordwestdeutschen Gesellschaft für Ärztliche Fortbildung,

Nach 2 Jahren pandemiebedingter Pause konnten wir unsere Jahrestagung endlich wieder gewissermaßen life und in Farbe stattfinden lassen. Im alten Kursaal in Westerland trafen sich über 200 Kolleginnen und Kollegen zum fachlichen und persönlichen Austausch.

Nach einem wie immer klugen Grusswort der Ärztekammer Schleswig Holstein durch die stellvertretende Kammerpräsidentin Frau Gisa Andresen ging es gleich zur Sache: wir ließen die Gesundheitspolitik mit zahlreichen neue Verordnungen und Gesetzen der letzten Legislaturperiode Revue passieren. Auch wenn durch das Abschmelzen der Rücklagen der Krankenkasse einige wichtige Schwerpunkte z.B. in der Digitalisierung gesetzt werden konnten, ist die Berufszufriedenheit vieler Kolleginnen und Kollegen eher weiter gesunken, was auch an weiterhin hohen bürokratischen Herausforderungen und auch unrealistischen Erwartungen unserer Patienten liegt. Es bleibt unklar, wie viele dieser Reformen in Zeiten leerer Kassen überdauern werden.
Nach 2 didaktisch gelungenen nephrologischen Vorträgen widmeten wir uns am Nachmittag der Zukunft der Medizin: wie werden die beiden disruptiven Technologien der Biowissenschaft und der IT unsere Medizin verändern? Welche Rolle spielen die KI und Gesundheitsapps bereits heute? Welche Fähigkeiten werden wir als Ärzte der Zukunft benötigen?
Am Montag ging es im hier und jetzt weiter: aktuelle Probleme der Kardiologie wurden von der Prävention bis hin zur high end Versorgung durch Kunstherzen beleuchtet.
Am Nachmittag dann ein Novum: Prof. Thomas Kötter und Dr. H.O. Wagner stellten die aktuellen Schwerpunkte der allgemeinmedizinischen UniversitätsInstitute, die in den letzten Jahren etabliert wurden, vor und beschrieben anhand konkreter Beispiele (Antikoagulation, Therapie der Herzinsuffizienz) wie sich die Perspektiven der Allgemeinmedizin von der fachärztlichen Sichtweise mitunter unterscheiden.

Der Dienstag vormittag gehörte der Pneumologie: die Volkskrankheiten Asthma und COPD wurden ebenso besprochen wie die eher seltenen Manifestationen restriktiver Lungenerkrankungen.
Am Dienstag nachmittag kamen wir dann erstmals zu unserem diesjährigen Schwerpunkt: der Infektiologie. Via Zoom schaltete sich Frau Dr. Bremer vom RKI mit dem Thema Sexuell übertragene Infektionen („lets talk about sex!“) zu, bevor sich Frau Prof. Klouche mit einem fulminanten und kenntnisreichen Vortrag mit den infektiologischen Konsequenzen des Klimawandels weltweit und in Deutschland beschäftigte und das auch medizinisch zwingend notwendige Umsteuern unserer Gesellschaft hin zu einer ressourcen orientierten Zukunft deutlich unterstrich.

Am Mittwoch beschäftigten wir uns zunächst mit den sehr herausfordernden Themen Sterbehilfe und assistiertem Suizid sowie psychiatrischen Problemen unserer geriatrischen Patienten. Am Nachmittag dann ein weiterer Covid-19 Schwerpunkt mit den Themen „Geschichte der Pandemien“ durch Herrn Prof. Hamm, die „Rolle der Bundeswehr bei der Bewältigung der organisatorischen und medizinischen Probleme“ und die Rolle des PEI bei der Zulassung von Impfstoffen: Auch hier konnten wir vielbeschäftigte Experten online zu unserer Tagung hinzuschalten, was erstaunlicherweise sogar eine lebhafte Diskussion möglich machte. Der Tag wurde durch einen „Sofatalk“ zwischen Frau Prof. Klouche und Herrn Prof. Braun abgeschlossen, der auf die konkreten und z.T. auch durchaus traumatischen Erfahrungen von uns Ärzten in den letzten 2 Pandemie-Jahren fokussierte.

Am Donnerstag ging es dann mit der Diabetologie weiter: Herr Prof. Müller Wieland konnte zeigen, dass die Einführung der SGL2 Inhibitoren nicht nur die Diabetologie revolutioniert hat, sondern auch zu einer verbesserten Prognose in der Kardiologie und Nephrologie geführt hat. Frau Prof. Espinoza erläuterte, wie stark z.B. das Vorliegen einer paVK die Prognose von Diabetespatienten verschlechtert und Herr Prof. vom Dahl stellte durchaus kritisch die neue Herzinsuffizienzleitlinie der ESC vor. Die hervorragende Session wurde durch einen Überblick über das metabolische Syndrom abgeschlossen: Medikamente, die eine ausgeprägte Gewichtsreduktion möglich machen, stehen unmittelbar vor der Zulassung und werden auf unserer nächsten Jahrestagung besprochen werden.
Am Donnerstag nachmittag beschäftigten wir uns mit der Notfallmedizin und mit pharmakologischen Problemen wie die Polypharmazie im Alter aber auch die z.T. eindrucksvollen Placebo und auch Noceboeffekte von medikamentösen Therapien.

Am Freitag rundeten Themen wie antibiotic stewardship und dieTherapie der chronischen Obstipation das bunte Themenspektrum ab, bevor uns unsere beiden Sportmediziner Herr Prof. Wolfahrt und Dr. Gebhard Lust auf mehr Bewegung machten. Ein besonderes Highlight war dabei der Vortrag von Dr. Henning Kothe im Rahmen der Session Arztgesundheit, der sich humorvoll und mit hohem schauspielerischen Talent unserer besonderen ärzlichen Kränkbarkeit zuwandte.

Auch organisatorisch bereiteten wir uns schon während der Tagung auf die Herausforderungen der Zukunft vor: Herr Prof. Braun (jetzt als 1. Vorsitzender) und Frau Prof. Klouche (als 2. Vorsitzende) wurden ebenso durch Mitgliederwahl als Vorstandsmitglieder bestätigt wie Herr Prof. Hamm, der über 14 Jahre die Geschicke unserer Gesellschaft geprägt hat. Neu in den Vorstand aufgenommen wurden Herr Prof. Kötter aus Lübeck als Beisitzer und Herr Dr. Braun aus Cuxhaven als Schatzmeister. Den Vorstand verlässt Herr Prof. Thede, dessen immense Erfahrung als Arzt und Kardiologe immer wieder zu einer praktischen Patientenorientierung zurückgeführt hat. Es ist sehr gut, dass er sich auch weiter als Mitglied einmischen wird.

Leider werden unsere langjährigen Unterstützerinnen, Frau Barbara Fikau und Frau Brigitte Effey in den wohlverdienten Ruhestand gehen: beiden gilt unserer besonderer Dank, waren sie doch mit Norddeutscher Gelassenheit (trotz ihrer süddeutschen Wurzeln) und besonderen Herzlichkeit über eine lange Zeit stilprägend für unsere Gesellschaft.

Etwas müde nach über 50 intensiven Vorträgen blicken wir stolz auf die intensiven Tage des miteinander Redens und Lernens zurück: es war wunderbar, sich wieder zu treffen und ohne technische Barrieren austauschen zu können. Neben unseren Referenten, die aufgrund des Sponsoring freien Rahmens kein Honorar erhalten haben, sind wir besonders froh über unsere Teilnehmer, die mit Ihren klugen und praxisorientierten Fragen und Einlassungen wesentlich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen haben.

Nach der Tagung ist vor der Tagung: wir beginnen ab sofort unsere Vorbereitungen für die 64. Jahrestagung unserer Gesellschaft ab dem 4.6.2023 in Westerland: Sie sind herzlich eingeladen, uns mit Themenvorschlägen zu unterstützen!

Prof. Jörg Braun für den Vorstand der Nordwestdeutschen Gesellschaft für ärztliche Fortbildung e.V.

Stand 05.07.2022




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